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Sir Ernest Henry Shackleton war ein britischer Polarforscher irischer Abstammung. Berühmt wurde er vor allem als Leiter der britischen Antarktis-Expedition von 1914 bis 1916. Die Expedition scheiterte, als sein Schiff, die Endurance, im Packeis zerdrückt wurde; dank Shackletons Leistung gelang es, alle Männer dieser Expedition zu retten. Er starb auf seiner vierten Expedition, die ihn gleichfalls in die Antarktis führen sollte. Shackleton zählt bis heute zu den bedeutendsten Forschern und Entdeckern des „heroischen Zeitalters“ der Polarforschung.
Shackleton wurde 1874 als zweites Kind der anglo-irischen Grundbesitzer Henry Shackleton und Henrietta Letitia Sophia Gavan geboren. Ab 1880 gab die Familie nach einigen Missernten die Landwirtschaft auf und zog nach Dublin, wo sich der Vater zum Arzt ausbilden ließ. 1884 ließ sich Henry Shackleton mit seiner Familie als Arzt in London nieder. Auch wenn Shackleton überwiegend in Großbritannien aufwuchs, so wurde er doch von seinen Zeitgenossen als Person irischer Abstammung wahrgenommen. Im England der damaligen Zeit war dies ein Karrierehemmnis.
Ernest Shackleton besuchte zunächst das Dulwich College, widersetzte sich aber 1890 mit 16 Jahren endgültig dem Wunsch des Vaters, Medizin zu erlernen, und wurde Seekadett auf dem Vollschiff Houghton Tower, das der britischen Handelsflotte angehörte. Gleich seine erste Seereise hatte das Ziel Valparaíso, und es musste dabei mitten im Winter Kap Hoorn umrundet werden. Man brauchte dafür zwei Monate. Später sagte Shackleton, dass sich dieses Erlebnis als prägend für seinen späteren Entschluss auswirkte, Polarforscher zu werden. Nach einigen Reisen in den Pazifischen und den Indischen Ozean war er fünf Jahre lang Zweiter Maat auf einem Trampschiff. 1896 wurde er zum Ersten Maat befördert, 1898 erlangte er im Alter von 24 Jahren die Berechtigung, Schiffe zu kommandieren. Im Sommer 1897 lernte er Emily Dorman kennen, eine Freundin seiner Schwester. Sie war eine große, dunkelhaarige Schönheit, und er verliebte sich in sie. Um seine Chancen bei ihr zu verbessern, heuerte er 1899 bei der Union Castle Line an, die Post nach Südafrika transportierte. Dies gab ihm Gelegenheit, mindestens alle zwei Monate in England zu sein. Ähnlich wie Robert Falcon Scott, der sich in der Routine der Royal Navy„Ein Mann sollte zur größtmöglichen Ehre streben, die er in seinem Leben erreichen kann“ schrieb er an Emily, seine spätere Frau. 1900 begann Shackletons Karriere als Entdecker, nicht zu einem geringen Teil deshalb, weil Shackleton darin die Möglichkeit sah, reich und berühmt zu werden. eingeengt fühlte, hatte auch Shackleton nicht das Gefühl, in der Handelsmarine seinen Ehrgeiz befriedigen zu können.
Am 13. September 1900 bewarb er sich für die Teilnahme an der Nationalen Antarktis-Expedition, die von Robert Falcon Scott angeführt werden sollte. Er versuchte alles, um seiner Bewerbung Nachdruck zu verleihen, unter anderem besuchte er Llewellyn Longstaff, den Hauptsponsor der Expedition, der 25.000 Pfund gespendet hatte, an seinem Wohnort in Wimbledon. Er hatte dessen Sohn Cedric auf einer Schiffsreise kennengelernt und ließ sich von ihm empfehlen. Nach der Rückkehr von der Expedition Discovery (1901–1903) arbeitete Shackleton zunächst als Journalist und wurde bald zum Sekretär der Royal Scottish Geographical Society gewählt. Die damit verbundenen Kontakte und öffentlichen Auftritte ermutigten ihn, in die Politik einzusteigen, so dass er im Januar 1905 diese Position wieder aufgab.
Am 9. April 1904 heiratete er in der Christ Church in Winchester die 35-jährige Emily Mary Dorman. In die folgende gesellschaftlich und finanziell unsichere Phase fiel die Geburt seines ersten Sohnes Raymond Swinford Shackleton am 2. Februar 1905. Bis 1911 folgte noch eine Tochter, Cecily, und ein weiterer Sohn, Edward Arthur Alexander.
Die zweite Antarktis-Expedition, benannt nach der „Nimrod“, war die erste unter seiner Leitung und fand von 1907 bis 1909 statt. Für die Erfolge dieser Expedition wurde Shackleton 1909 geadelt.
Die Rückkehr von der Endurance-Expedition (1914–1917) führte Shackleton direkt in den Ersten Weltkrieg. Obwohl er mehrere Versuche unternahm, seinem Land militärisch zu dienen, wurde er – unter anderem wegen seines Alters und seiner angegriffenen Gesundheit – nicht berücksichtigt. Auf Betreiben von Sir Edward Carson, einem ehemaligen First Lord of the Admiralty, wurde er immerhin auf eine mäßig erfolgreiche Propagandamission nach Argentinien und Chile gesandt und übernahm später kleinere Aufgaben als Stabsoffizier für den arktischen Transport.
Danach führte er für die Northern Exploration Company eine Expedition nach Spitzbergen, was politisch heikel war, da Spitzbergen zum neutralen Norwegen gehörte. Shackleton musste nach England zurückkehren, nachdem er schwer erkrankte (vermutlich ein Herzinfarkt). Bei einem darauf folgenden kurzen Einsatz im Russlandfeldzug war er für die Ausrüstung verantwortlich. Da diese auch schon bei seinen Expeditionen stets ein Schwachpunkt gewesen war, wurde sie von den kämpfenden Truppen verschmäht.
Shackleton befand sich zu diesem Zeitpunkt an einem Tiefpunkt seiner Karriere, hatte schwere finanzielle Probleme und sprach dem Alkohol zu. Er hielt sich durch Vorträge über seine Expeditionen und das Schreiben eines Buches, South, über Wasser – beides Tätigkeiten, die ihn zutiefst langweilten.
Ende 1920 begann er erneut, eine Expedition zusammenzustellen. Obwohl er Geldgeber finden konnte, musste Shackleton seinen ursprünglichen Plan einer Arktis-Expedition aufgeben und sich erneut Richtung Südpol orientieren. Mit einer Mannschaft, in der einige Mitglieder früherer Expeditionen zu finden waren, verließ Shackleton am 17. September 1921 London ohne konkrete wissenschaftliche Ziele. Während eines wetterbedingten Zwischenstopps in Grytviken (Südgeorgien) verstarb Shackleton am 5. Januar 1922 an einem schweren Herzanfall. Er wurde in Grytviken auf Anordnung seiner Ehefrau Emily zwischen den Gräbern norwegischer Walfänger begraben. Sie entschied, dass er da seine letzte Ruhe finden sollte, wo er sich am wohlsten gefühlt habe. Vermutlich litt Shackleton zeitlebens unter einem Herzleiden. Er suchte jedoch nie einen Arzt auf, weil er vermutlich Angst hatte, dass dieser ihm seine Expeditionen verbieten könnte.

1 Kommentar zu “Ernest Henry Shackleton”

[...] menschlichen Entwicklung beigetragen hatten. Im Ergebnis wurden Abraham Lincoln, Thomas Edison und Sir Ernest Henry Shackleton als Leitfiguren ausgewählt. Aus ihren Nachnamen ergab sich schließlich der Name der Shedlin [...]

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